Schlafhilfen: Hausmittel, pflanzliche Mittel und Schlafmedikamente im Überblick
Wer schlecht schläft, möchte schnell Abhilfe. Das Angebot an Schlafhilfen ist groß: Tees, Tropfen, Tabletten, Apps, Hilfsmittel. Nicht alles ist gleich sinnvoll oder gleich sicher. Dieser Artikel gibt Orientierung. Er ersetzt keine ärztliche oder apothekerliche Beratung.
Zuerst: Gewohnheiten und Rituale
Bevor Sie zu Mitteln greifen, lohnt sich die Basis:
- feste Schlaf- und Aufstehzeiten,
- ruhige Abendroutine,
- dunkles, kühles Schlafzimmer,
- Koffein und Alkohol reduzieren,
- Entspannungsübungen.
Mehr in den Artikeln „Gesund schlafen“ und „Besser einschlafen“. Viele Menschen kommen damit schon weit.
Hausmittel
- Warme Getränke: Ein warmes, koffeinfreies Getränk als Ritual.
- Warmes Bad oder Fußbad am Abend.
- Ruhige Musik, Hörbuch oder Entspannungsübung.
- Lavendel: Duft oder Kissen, als Ritual.
- Wärmflasche.
Der Nutzen liegt oft im Ritual und in der Entspannung. Das ist nicht wenig.
Pflanzliche Präparate
Beliebt sind Baldrian, Hopfen, Melisse, Passionsblume und Lavendelöl. Die Wirkung ist bei den meisten wissenschaftlich nicht eindeutig belegt, manche Menschen berichten dennoch über Besserung. Wichtig:
- Achten Sie auf Qualität (Apotheke) und Dosierung nach Packungsbeilage.
- Auch pflanzliche Mittel können Nebenwirkungen und Wechselwirkungen haben.
- Wenn nach zwei bis vier Wochen keine Wirkung eintritt, lohnt sich ein anderer Weg.
- Fragen Sie in der Apotheke, besonders bei Schwangerschaft, Medikamenten oder Vorerkrankungen.
Melatonin
Melatonin ist ein Hormon, das den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. Es gibt Präparate in Apotheken, teils verschreibungspflichtig. Es kann beim Einschlafen und bei Zeitumstellung helfen, ist aber nicht für jeden geeignet. Nehmen Sie es nur nach ärztlicher oder apothekerlicher Beratung, besonders bei Dauergebrauch, Schwangerschaft oder anderen Medikamenten.
Rezeptfreie Schlafmittel
Manche enthalten Antihistaminika (zum Beispiel Diphenhydramin oder Doxylamin). Sie machen müde, können aber am nächsten Tag Benommenheit, Mundtrockenheit und Konzentrationsprobleme verursachen. Die Wirkung lässt bei regelmäßiger Einnahme nach. Sie eignen sich höchstens kurzzeitig, nicht für Kinder und nicht für ältere Menschen ohne ärztlichen Rat.
Verschreibungspflichtige Schlafmittel
Dazu gehören zum Beispiel Benzodiazepine und sogenannte Z-Substanzen. Sie wirken schnell, bergen aber Risiken: Toleranzentwicklung, Abhängigkeit, Sturzgefahr, Gedächtnisprobleme und Wirkung am Folgetag. Deshalb werden sie nur nach ärztlicher Abwägung und möglichst kurz verschrieben. Setzen Sie sie nicht eigenmächtig ab. Wenn Sie sie länger einnehmen, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein langsames Ausschleichen.
Nicht-medikamentöse Behandlung
Bei anhaltender Schlaflosigkeit gilt eine kognitive Verhaltenstherapie als wirksam und langfristig überlegen. Sie ist frei von den Nebenwirkungen der Medikamente. Mehr im Artikel „Schlafstörungen“.
Schlaf-Apps und Hilfsmittel
Apps, Schlaftracker und weißes Rauschen können helfen oder verunsichern. Wer ständig seine Schlafdaten prüft, setzt sich oft unter Druck. Probieren Sie, was Ihnen guttut, und lassen Sie sich nicht von Zahlen verrückt machen.
Gefährlich: Alkohol
Alkohol wirkt zunächst einschläfernd, verschlechtert aber die Schlafqualität. In Kombination mit Schlafmitteln ist er gefährlich. Vermeiden Sie diese Mischung.
Wann Sie ärztlichen Rat holen sollten
Suchen Sie eine Hausarztpraxis auf, wenn Schlafprobleme länger als drei bis vier Wochen anhalten, Sie tagsüber stark müde sind, beim Schlafen Atemaussetzer oder lautes Schnarchen bemerken, unruhige Beine haben oder sich niedergeschlagen fühlen. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.
Das interaktive Video-Coaching Schlafstörungen zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie auch ohne Medikamente besser schlafen können.