Müdigkeit: Ursachen verstehen und wieder wacher werden
Müde sein gehört zum Leben. Nach einer kurzen Nacht oder einem anstrengenden Tag ist das normal. Wenn Müdigkeit aber zum Dauerzustand wird, lohnt es sich, nach den Ursachen zu suchen.
Häufige Ursachen
- Zu wenig oder schlechter Schlaf: Zu kurze Nächte, unruhiger Schlaf, unregelmäßige Zeiten.
- Stress und Überlastung: Dauerhafte Anspannung kostet Energie.
- Zu wenig Bewegung und Tageslicht.
- Ernährung und Flüssigkeit: Zu wenig Trinken, unregelmäßige Mahlzeiten, sehr zuckerreiche Kost.
- Alkohol, Koffeinkonsum und Nikotin.
- Seelische Belastung: Niedergeschlagenheit und Depressionen gehen oft mit Müdigkeit einher.
- Körperliche Erkrankungen: Eisenmangel und Blutarmut, Schilddrüsenunterfunktion, Diabetes, Infekte, Herz- und Lungenerkrankungen, Schlafapnoe.
- Medikamente, die müde machen.
- Jahreszeit: Im Winter und bei wenig Licht fühlen sich viele schlapper.
Was gegen Müdigkeit hilft
- Schlaf regeln: Feste Zeiten, genug Stunden, ruhige Abendroutine. Mehr im Artikel „Gesund schlafen“.
- Tageslicht tanken: Ein Spaziergang am Morgen oder in der Mittagspause.
- Bewegung: Schon zehn Minuten zügiges Gehen belebt. Regelmäßiger Sport verbessert Energie und Schlaf.
- Gut trinken: Wasser und ungesüßte Getränke über den Tag verteilt.
- Regelmäßig und ausgewogen essen: Gemüse, Vollkorn, Eiweiß, nicht zu schwere Mahlzeiten. Das Mittagstief fällt schwächer aus, wenn das Essen leicht ist.
- Koffein bewusst nutzen: Kaffee oder Tee am Vormittag können helfen, am späten Nachmittag stören sie den Schlaf.
- Pausen machen: Kurze Pausen bei konzentrierter Arbeit.
- Frische Luft und Aktivität bei Müdigkeit am Schreibtisch.
- Stress reduzieren: Entspannung, Grenzen setzen, Pausen.
Power-Napping
Ein kurzer Schlaf am Tag kann erfrischen:
- Dauer: 10 bis 20 Minuten. Längerer Schlaf führt leicht in tiefe Schlafphasen, aus denen man benommen aufwacht.
- Zeit: Früher Nachmittag, nicht zu spät, sonst leidet der Nachtschlaf.
- Ort: Ruhig und dunkel, bequem sitzend oder liegend.
- Wecker stellen.
- Wenn Sie nachts schlecht schlafen, verzichten Sie besser auf den Mittagsschlaf oder halten Sie ihn sehr kurz.
Das Mittagstief
Viele fühlen sich zwischen 13 und 15 Uhr müde. Das ist normal und hängt mit der inneren Uhr zusammen. Hilfreich sind ein leichtes Mittagessen, ein Spaziergang und gegebenenfalls ein Kurzschlaf.
Wann Sie ärztlichen Rat brauchen
Lassen Sie Müdigkeit abklären, wenn:
- sie länger als zwei bis vier Wochen anhält,
- Sie sich trotz ausreichend Schlaf nicht erholt fühlen,
- Sie ungewollt abnehmen, Fieber, Nachtschweiß oder Atemnot haben,
- Sie tagsüber unkontrolliert einschlafen, besonders beim Autofahren,
- Sie sich niedergeschlagen fühlen und Freude verlieren.
Fahren Sie nicht Auto, wenn Sie stark müde sind. Sekundenschlaf ist gefährlich. Halten Sie an, machen Sie eine Pause und einen kurzen Schlaf.
Wann Sie ärztlichen Rat holen sollten
Suchen Sie eine Hausarztpraxis auf, wenn Schlafprobleme länger als drei bis vier Wochen anhalten, Sie tagsüber stark müde sind, beim Schlafen Atemaussetzer oder lautes Schnarchen bemerken, unruhige Beine haben oder sich niedergeschlagen fühlen. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.
Das interaktive Video-Coaching Schlafstörungen unterstützt Sie dabei, Ihren Schlaf zu verbessern und tagsüber wacher zu sein.