Schulangst: Wenn Kinder nicht mehr zur Schule wollen

„Ich habe Bauchweh, ich kann heute nicht in die Schule.“ Wenn das öfter vorkommt, vor allem morgens, steckt manchmal mehr dahinter als eine Ausrede. Schulangst ist weit verbreitet und lässt sich in den meisten Fällen gut behandeln, wenn man die Ursachen erkennt.

Woran Sie Schulangst erkennen

Wichtig: Schulangst ist nicht dasselbe wie Faulheit oder Schwänzen. Das Kind leidet.

Mögliche Ursachen

Oft wirken mehrere Dinge zusammen.

Was Sie tun können

  1. Ruhig nachfragen, nicht ausfragen. „Mir ist aufgefallen, dass es dir morgens oft nicht gut geht. Was ist los?“ Hören Sie zu, bevor Sie Lösungen anbieten.
  2. Körperliche Ursachen abklären: Gehen Sie zur Kinderärztin oder zum Kinderarzt, um Beschwerden zu prüfen.
  3. Ursachen suchen: Sprechen Sie mit dem Kind, der Klassenlehrkraft, gegebenenfalls Schulsozialarbeit und Schulpsychologie.
  4. Verständnis zeigen, aber klar bleiben: „Ich verstehe, dass es dir schwerfällt. Wir überlegen gemeinsam, was dir hilft. Zu Hause bleiben ist nur im Krankheitsfall möglich.“ Wenn Kinder regelmäßig zu Hause bleiben dürfen, verstärkt sich die Angst.
  5. Routine geben: Feste Abläufe am Morgen, ausreichend Schlaf, ein ruhiges Frühstück.
  6. Kleine Schritte: Wenn das Kind lange gefehlt hat, hilft ein Plan: zuerst eine Stunde, dann mehr, mit einer vertrauten Person am Eingang.
  7. Zusammenarbeit mit der Schule: Ansprechperson, Rückzugsort, Nachteilsausgleich oder angepasste Aufgaben, wenn nötig.
  8. Stärken fördern: Aktivitäten, in denen das Kind erfolgreich ist.
  9. Gelassenheit lernen: Entspannungsübungen, Atmen, Bewegung.

Was nicht hilft

Wann Hilfe nötig ist

Holen Sie sich Unterstützung, wenn:

Anlaufstellen sind die Kinderärztin oder der Kinderarzt, Erziehungsberatungsstellen, Schulpsychologie und Kinder- und Jugendpsychotherapie. Eine Verhaltenstherapie kann bei Schulangst sehr wirksam sein. Das Elterntelefon der „Nummer gegen Kummer“ (0800 111 0 550) berät kostenlos und anonym. Das Kinder- und Jugendtelefon (116 111) ist auch für Ihr Kind da.

Schulverweigerung

Wenn ein Kind die Schule über längere Zeit nicht mehr besucht, spricht man von Schulverweigerung. Ziel ist, die Angst zu behandeln und die Rückkehr schrittweise zu ermöglichen. Je früher Sie handeln, desto leichter gelingt es. Beachten Sie, dass es Schulpflicht gibt und die Schule oder das Jugendamt informiert werden kann. Suchen Sie daher früh das Gespräch mit der Schule.

Das interaktive Video-Coaching Mobbing in der Schule zeigt, wie Sie Ihr Kind stärken und nächste Schritte angehen.