Mein Kind mobbt andere: Wie Eltern reagieren können

Es ist schwer, zu hören, dass das eigene Kind andere mobbt. Viele Eltern reagieren mit Abwehr („Das macht mein Kind nicht“) oder mit Scham und Wut. Beides ist verständlich, hilft aber nicht weiter. Auch mobbende Kinder brauchen Unterstützung, nicht nur Strafen.

Warum Kinder mobben

Mobbing hat meist mehrere Ursachen:

Das erklärt, entschuldigt aber nichts. Verantwortung bleibt.

Das Gespräch

  1. Bleiben Sie ruhig. Atmen Sie durch, bevor Sie sprechen. Im Ärger sagt man Dinge, die man später bereut.
  2. Informieren Sie sich, was genau vorgefallen ist, bevor Sie Ihr Kind konfrontieren, und hören Sie beide Seiten.
  3. Sprechen Sie ruhig und klar: „Mir wurde erzählt, dass du mehrmals Sachen über X gesagt hast, die ihn sehr verletzt haben. Ich möchte hören, wie du das siehst.“
  4. Hören Sie zu: Warum hat es mitgemacht? Wie geht es ihm? Was fühlt es?
  5. Sagen Sie deutlich: „Ich bin sicher, dass du ein netter Mensch bist, aber dein Verhalten war nicht in Ordnung, und es muss aufhören.“
  6. Lassen Sie nicht nach: Verharmlosungen („War doch nur Spaß“) nehmen Sie nicht hin.

Empathie fördern

Wiedergutmachung

Verantwortung übernehmen gehört dazu:

Bei strafbaren Handlungen kann es Konsequenzen geben. Lassen Sie sich beraten.

Ursachen angehen

Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist

Wenden Sie sich an die Erziehungsberatungsstelle, Schulsozialarbeit, Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt oder an eine Kinder- und Jugendpsychotherapie. Das Elterntelefon der „Nummer gegen Kummer“ (0800 111 0 550) berät kostenlos und anonym.

Auch an die Betroffenen denken

Das betroffene Kind braucht Schutz und Unterstützung. Lassen Sie die Schule und die betroffene Familie nicht allein, und zeigen Sie Respekt. Mehr zur Sicht der Opfer im Artikel „Mein Kind wird gemobbt“.

Das interaktive Video-Coaching Mobbing in der Schule unterstützt Eltern dabei, Mobbing aus verschiedenen Blickwinkeln zu verstehen und angemessen zu handeln.