Der richtige Partner: Warum Sie immer an die Falschen geraten und was Sie ändern können
Viele Menschen kennen das: Beziehung für Beziehung dasselbe Drehbuch. Der Partner ist unzuverlässig, kühl, nicht frei oder anspruchsvoll, und man fragt sich, warum man immer an dieselben Typen gerät. Meist ist es kein Pech. Wir wählen unbewusst, und diese Wahl lässt sich verstehen und verändern.
Warum sich Muster wiederholen
Was uns anzieht, hat viel mit dem zu tun, was wir kennen. Vertrautes fühlt sich richtig an, auch wenn es uns nicht guttut. Typische Gründe für sich wiederholende Muster:
- Vertrautheit: Wer in der Kindheit gelernt hat, um Zuwendung zu kämpfen, fühlt sich zu Menschen hingezogen, die Zuwendung nur zeitweise geben.
- Aufregung statt Ruhe: Ein Auf und Ab fühlt sich intensiv an. Verlässliche, ruhige Menschen wirken auf manche zunächst „langweilig“.
- Bedürfnis nach Rettung oder Bestätigung: Man sucht jemanden, den man „reparieren“ kann, oder braucht die Bewunderung eines anderen, um sich wertvoll zu fühlen.
- Wenig Selbstwert: Wer sich wenig zutraut, nimmt mit weniger Respekt vorlieb.
- Zu schnelles Einlassen: Wer sich schnell verliebt, sieht Warnzeichen spät.
Das heißt nicht, dass Sie „schuld“ sind. Es heißt, dass Sie Einfluss haben.
Fragen an Ihre Vergangenheit
Nehmen Sie sich Zeit und notieren Sie Antworten auf diese Fragen:
- Was hatten meine letzten Partner gemeinsam, im Guten wie im Schlechten?
- Wie begannen diese Beziehungen? Schnell und intensiv, oder langsam?
- Welche Warnzeichen habe ich übersehen oder kleingeredet?
- Was habe ich in diesen Beziehungen getan, um Liebe zu bekommen?
- Wie fühle ich mich in der ersten Zeit: ruhig und sicher oder aufgeregt und unsicher?
Oft zeigt sich ein roter Faden, zum Beispiel: Ich suche die Nähe zu Menschen, die sich entziehen, weil ich mich dann anstrengen muss.
Was bei der Wahl hilft
Setzen Sie bewusster neben das Gefühl auch den Verstand:
- Werte vor Chemie. Chemie ist wichtig, aber sie sagt wenig darüber, ob jemand verlässlich, ehrlich und respektvoll ist.
- Verhalten über Zeit. Beobachten Sie, was jemand tut, nicht nur, was er sagt. Warten Sie, bis sich Konstanz zeigt.
- Tempo drosseln. Lassen Sie sich Zeit, bevor Sie sich festlegen. Sie müssen nicht gleich alles teilen.
- Ihr Körpergefühl: Fühlen Sie sich in der Nähe der Person entspannt und gehört? Anspannung und ständiges Grübeln sind ein Hinweis.
- Freunde fragen. Menschen, die Sie gut kennen, sehen oft früher, ob jemand Ihnen guttut.
Warnzeichen, die Sie ernst nehmen sollten
- Die Person wertet Sie ab oder macht Sie klein.
- Sie kontrolliert Ihre Kontakte oder Ihren Alltag.
- Sie ist nicht ehrlich und täuscht Sie bei Kleinigkeiten.
- Sie wechselt zwischen Nähe und Kälte, und Sie wissen nie, woran Sie sind.
- Sie übernimmt keine Verantwortung und gibt immer anderen die Schuld.
Wenn Sie solche Dinge bei sich in Beziehungen wiedererkennen, kann eine Beratung helfen, das Muster zu verstehen und zu durchbrechen.
Muster verändern
Veränderung ist möglich, braucht aber Geduld:
- Beobachten statt verurteilen: Erkennen Sie das Muster, ohne sich dafür zu verurteilen.
- Neue Erfahrungen zulassen: Geben Sie auch Menschen eine Chance, die Sie nicht sofort „umhauen“, aber verlässlich wirken.
- Eigenes Selbstwertgefühl stärken: Pflegen Sie Freundschaften und Interessen, die unabhängig von einer Beziehung Freude bringen.
- Grenzen setzen: Sagen Sie früh, was Sie nicht akzeptieren.
- Hilfe holen: Gerade wenn Sie Muster aus der Kindheit vermuten, kann eine Beratung oder Psychotherapie hilfreich sein.
Und der Partner?
Auch der „richtige“ Partner ist nicht perfekt. Entscheidend ist, ob die Grundlagen stimmen: Respekt, Vertrauen, Ehrlichkeit und die Bereitschaft, an Problemen zu arbeiten. Mit diesen Grundlagen lassen sich viele Unterschiede aushalten. Ohne sie bleibt die Beziehung schwer.
Wer sich von den falschen Partnern erschöpft fühlt, findet im interaktiven Video-Coaching Der richtige Partner Fragen und Übungen, um die eigene Auswahl zu verstehen und neue Entscheidungen zu treffen.