Das Vorstellungsgespräch: Vorbereitung, typische Fragen und Auftreten
Die Einladung zum Vorstellungsgespräch ist ein Erfolg: Ihre Bewerbung hat überzeugt. Jetzt geht es darum, den persönlichen Eindruck zu bestätigen. Viele sind aufgeregt, und das ist normal. Wer vorbereitet ist, geht gelassener hinein.
Vorbereitung
Das Unternehmen kennenlernen
- Was macht die Firma? Wer sind die Kunden? Was gibt es Neues?
- Lesen Sie Website, Stellenanzeige und Pressemeldungen.
- Wer wird dabei sein? Notieren Sie Namen und Funktionen.
Sich selbst vorbereiten
- Lesen Sie Ihre Bewerbung noch einmal. Sie müssen jede Angabe erklären können.
- Überlegen Sie drei bis fünf Beispiele aus Ihrem Berufsleben, die Ihre Stärken zeigen (Situation, Ihr Beitrag, Ergebnis).
- Bereiten Sie eine kurze Selbstvorstellung vor (etwa zwei Minuten): wer Sie sind, was Sie bisher getan haben, warum Sie sich auf diese Stelle freuen.
Praktisches
- Klären Sie Weg, Fahrzeit, Parkplatz, Ansprechperson. Planen Sie Puffer ein.
- Wählen Sie passende, gepflegte Kleidung, in der Sie sich wohlfühlen. Im Zweifel eher etwas formeller als zu leger.
- Nehmen Sie Unterlagen mit: Bewerbung, Notizblock, Stift, gegebenenfalls Zeugnisse.
Typische Fragen und wie Sie antworten
„Erzählen Sie etwas über sich.“ Kurz und fachlich: Ausbildung, Stationen, Schwerpunkte, Motivation. Keine ausführliche Lebensgeschichte.
„Warum möchten Sie bei uns arbeiten?“ Nennen Sie konkrete Gründe: Produkt, Aufgabe, Werte, Entwicklung. Zeigen Sie, dass Sie sich informiert haben.
„Was sind Ihre Stärken?“ Nennen Sie zwei bis drei, die zur Stelle passen, und belegen Sie sie mit einem Beispiel.
„Was sind Ihre Schwächen?“ Wählen Sie eine echte, nicht kritische Schwäche und zeigen Sie, wie Sie damit umgehen: „Ich neige dazu, zu viel allein lösen zu wollen. Deshalb habe ich mir angewöhnt, früh um Rückmeldung zu bitten.“
„Warum haben Sie Ihre letzte Stelle verlassen?“ Bleiben Sie sachlich und nach vorn gerichtet. Keine Abrechnung mit dem früheren Arbeitgeber.
„Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“ Zeigen Sie Entwicklungswillen, ohne Beförderungen zu versprechen: „Ich möchte mich fachlich weiterentwickeln und mehr Verantwortung übernehmen.“
„Was erwarten Sie finanziell?“ Informieren Sie sich vorher über übliche Gehälter und nennen Sie eine Spanne. Mehr im Artikel „Gehalt verhandeln“.
„Haben Sie noch Fragen?“ Ja. Mehr unten.
Wie Sie überzeugend antworten
- Konkret statt allgemein: Beispiele schlagen Behauptungen.
- Kurz und strukturiert: Etwa ein bis zwei Minuten pro Antwort.
- Ehrlich: Wenn Sie etwas nicht wissen, sagen Sie es und erklären Sie, wie Sie vorgehen würden.
- Positiv: Nicht über Chefs oder Kollegen schimpfen.
- Zuhören: Antworten Sie auf die Frage, die gestellt wurde, und nutzen Sie Pausen zum Nachdenken.
Körpersprache und Auftreten
- Pünktlich ankommen, freundlich begrüßen, Blickkontakt halten.
- Aufrecht sitzen, offene Haltung, Hände ruhig.
- Zuhörend nicken, Interesse zeigen.
- Handy ausschalten.
- Gelassenheit hilft: ein tiefer Atemzug, ein Schluck Wasser, ein Moment, bevor Sie antworten.
Ihre Fragen
Zeigen Sie Interesse mit klugen Fragen:
- Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?
- Wie ist das Team aufgebaut?
- Wie läuft die Einarbeitung?
- Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es?
- Wie geht es nach dem Gespräch weiter, und bis wann kann ich mit einer Rückmeldung rechnen?
Fragen Sie nicht zuerst nach Urlaub, Gehalt und Überstunden, sondern nach Aufgabe und Team.
Schwierige Situationen
- Nervosität: Sagen Sie es offen („Ich bin etwas aufgeregt, weil mir die Stelle wichtig ist“). Das wirkt sympathisch.
- Unerlaubte Fragen: Fragen zu Schwangerschaft, Familienplanung, Religion oder Partei sind in der Regel nicht zulässig. Sie können freundlich ausweichen („Das gehört für mich nicht zur Stelle“) oder kurz antworten.
- Stressfragen: Ruhig bleiben, nachdenken, ehrlich antworten.
- Lücken im Lebenslauf: Kurze, ehrliche Erklärung, Blick nach vorn.
Nach dem Gespräch
- Bedanken Sie sich kurz per E-Mail, innerhalb von ein bis zwei Tagen.
- Notieren Sie, was gut lief und was nicht.
- Wenn die genannte Frist verstrichen ist, fragen Sie höflich nach.
- Lernen Sie aus Absagen. Mehr im Artikel „Mit einer Absage umgehen“.
Das interaktive Video-Coaching Bewerbungsgespräch bereitet Sie mit Fragen, Übungen und Beispielantworten gezielt auf Ihr Gespräch vor.