Sich gut verkaufen: Selbstmarketing, ohne sich zu verbiegen
„Eigenlob stinkt“, heißt es. Doch wer im Beruf vorankommen will, muss anderen zeigen, was er kann. Selbstmarketing hat nichts mit Angeberei zu tun. Es bedeutet, Ihre Fähigkeiten so zu vermitteln, dass andere sie erkennen und einordnen können.
Erst kennen, dann zeigen
Schreiben Sie auf:
- Stärken: Was können Sie gut? Worin werden Sie um Rat gefragt?
- Erfolge: Was haben Sie erreicht? Wo hat Ihre Arbeit einen Unterschied gemacht?
- Werte und Interessen: Wofür brennen Sie? Was ist Ihnen wichtig?
- Rückmeldungen: Was sagen Kolleginnen, Vorgesetzte, Kunden und Freunde über Sie?
Fragen Sie drei Menschen, wofür sie Sie schätzen. Oft erkennen andere Stärken, die man selbst für selbstverständlich hält.
Ein klares Profil
Formulieren Sie in zwei, drei Sätzen, wer Sie sind und was Sie bieten:
> „Ich bin Projektleiterin im Maschinenbau und helfe Teams, komplexe Aufträge pünktlich und mit klarer Kommunikation umzusetzen.“
Dieser sogenannte Elevator Pitch dient als Grundlage für Gespräche, Bewerbungen und Online-Profile.
Belegen statt behaupten
Menschen glauben Beispiele mehr als Eigenschaften. Vergleichen Sie:
- „Ich bin kommunikativ.“
- „Als Teamleiterin habe ich wöchentliche Runden eingeführt, die Missverständnisse deutlich reduziert haben.“
Nutzen Sie die Struktur Situation, Aufgabe, Handlung, Ergebnis: Was war los? Was war Ihre Aufgabe? Was haben Sie getan? Was kam dabei heraus?
Sichtbar werden
Gute Arbeit allein reicht oft nicht. Sie muss gesehen werden:
- Sprechen Sie über Ihre Erfolge, sachlich und im Zusammenhang mit dem Team: „Wir haben das Projekt abgeschlossen, mein Anteil war …“
- Halten Sie Ihre Erfolge fest, in einer Liste, die Sie für Gespräche nutzen.
- Melden Sie sich in Meetings, bringen Sie Ideen ein.
- Bauen Sie ein Netzwerk auf: Kolleginnen, Branchenkontakte, Online-Netzwerke.
- Pflegen Sie Ihr Online-Profil, wenn es zu Ihrer Branche passt (zum Beispiel LinkedIn oder Xing): aktuelles Foto, klarer Titel, konkrete Erfolge.
Auftreten und Wirkung
- Körpersprache: Aufrechte Haltung, Blickkontakt, Lächeln.
- Sprache: Klar, konkret, ohne abschwächende Wörter („nur“, „eigentlich“, „vielleicht“).
- Zuhören: Wer sich für andere interessiert, wirkt kompetenter.
- Verlässlichkeit: Zusagen einhalten, pünktlich sein.
- Gepflegtes Äußeres, passend zum Umfeld.
Sich verkaufen, ohne sich zu verbiegen
- Bleiben Sie ehrlich. Wer übertreibt, wird im Alltag entlarvt.
- Zeigen Sie auch, was Sie lernen wollen. Entwicklungsbereitschaft wirkt sympathisch.
- Wählen Sie Formen, die zu Ihnen passen. Nicht jede muss laut sein: Manche überzeugen durch Ruhe und Tiefe.
- Würdigen Sie andere. Wer Erfolge teilt, wirkt souverän.
Typische Hürden
- Zurückhaltung: „Das kann doch jeder.“ Doch, nicht jeder.
- Angst, arrogant zu wirken. Sachliche Beschreibung ist keine Prahlerei.
- Vergleich mit anderen. Konzentrieren Sie sich auf Ihre eigene Entwicklung.
- Perfektionismus: Sie müssen nicht alles können, um sich zu zeigen.
Üben
- Erzählen Sie einer vertrauten Person Ihren Pitch.
- Schreiben Sie drei Erfolgsgeschichten auf.
- Üben Sie kurze Antworten auf die Frage „Was machen Sie beruflich?“
- Bitten Sie nach Projekten um Rückmeldung.
Das interaktive Video-Coaching Sich gut verkaufen zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Selbstmarketing für sich nutzen.