Präsentieren und überzeugen: Aufbau, Auftreten und Umgang mit Lampenfieber
Ob im Bewerbungsverfahren, im Meeting oder vor dem Team: Präsentieren gehört zum Berufsleben. Viele fürchten es. Dabei lässt sich Präsentieren lernen, und schon mit wenigen Veränderungen wirken Sie deutlich sicherer und überzeugender.
Mit der Botschaft beginnen
Bevor Sie Folien erstellen, klären Sie:
- Wer ist das Publikum? Was weiß es schon? Was interessiert es?
- Was ist das Ziel? Informieren, überzeugen, eine Entscheidung herbeiführen?
- Was soll am Ende hängen bleiben? Formulieren Sie eine zentrale Botschaft in einem Satz.
Alles andere dient dieser Botschaft. Was nicht dazu beiträgt, kann weg.
Aufbau
Ein einfacher Aufbau funktioniert fast immer:
- Einstieg (etwa 10 Prozent): Aufmerksamkeit gewinnen: eine Frage, eine überraschende Zahl, ein kurzes Beispiel. Dann Thema und Ablauf nennen.
- Hauptteil (etwa 80 Prozent): Zwei bis vier Kernpunkte, jeweils mit Beispiel oder Beleg. Roter Faden, klare Übergänge.
- Schluss (etwa 10 Prozent): Zusammenfassen, Botschaft wiederholen, zum Handeln einladen oder Fragen zulassen.
Bei Bewerbungspräsentationen, zum Beispiel „Stellen Sie sich in zehn Minuten vor“, kann der Hauptteil sein: Wer bin ich, was kann ich, was biete ich dieser Stelle?
Folien: weniger ist mehr
- Eine Aussage pro Folie.
- Wenig Text, keine ganzen Sätze, besser Stichworte, Bilder, Diagramme.
- Große Schrift, mindestens 24 Punkt.
- Einheitliches, ruhiges Design, wenige Farben.
- Visualisieren, statt vorzulesen. Das Publikum liest schneller als Sie sprechen und hört dann nicht mehr zu.
- Keine Folie ist besser als eine überladene. Manchmal reicht ein Flipchart.
Sprechen und Auftreten
- Frei sprechen mit Stichwortkarten, nicht ablesen.
- Langsam und deutlich, Pausen nutzen. Pausen wirken souverän.
- Blickkontakt mit dem Publikum, nicht zur Leinwand.
- Stehen oder aufrecht sitzen, Hände ruhig, Gesten natürlich.
- Zeit einhalten. Überziehen verärgert, Kürze überzeugt.
- Beispiele und Geschichten machen Inhalte lebendig.
Lampenfieber
Aufregung gehört dazu, auch bei Profis. Hilfreich ist:
- Gute Vorbereitung: Wer seinen Inhalt kennt, wird sicherer.
- Üben: laut, mit Zeitmessung, vor Freunden oder vor dem Spiegel, bei Bedarf mit Handyvideo.
- Atmung: Vor dem Start einige Male tief ein- und ausatmen.
- Der erste Satz sitzt: Lernen Sie den Einstieg auswendig.
- Früh ankommen, Technik und Raum prüfen.
- Fokus auf den Nutzen für das Publikum, nicht auf sich selbst.
- Fehler passieren, und das Publikum merkt meist weniger, als man denkt. Atmen, weitermachen.
Mit Fragen umgehen
- Hören Sie ganz zu, wiederholen Sie die Frage, wenn nötig.
- Antworten Sie kurz und ehrlich.
- Wenn Sie etwas nicht wissen: „Das kann ich Ihnen jetzt nicht sicher sagen. Ich kläre es und melde mich.“
- Bleiben Sie freundlich auch bei kritischen Fragen.
Technik und Raum
- Prüfen Sie Laptop, Beamer, Mikrofon, Ton und Internet vorher.
- Haben Sie die Präsentation zur Sicherheit auch auf einem Stick oder als PDF dabei.
- Rechnen Sie mit Pannen. Ein Plan B (ausgedruckte Notizen) gibt Ruhe.
Üben, üben, üben
Je häufiger Sie präsentieren, desto leichter wird es. Nutzen Sie kleine Gelegenheiten: im Meeting etwas zusammenfassen, bei einem Verein einen Vortrag halten, vor Freunden etwas erklären.
Das interaktive Video-Coaching Bewerbungsgespräch enthält Übungen für überzeugendes Auftreten und Sprechen.