Karriere planen: Stärken erkennen, Ziele setzen und Schritte gehen
Eine Karriere verläuft selten geradlinig. Branchen verändern sich, Interessen auch. Trotzdem lohnt es sich, den eigenen Weg bewusst zu gestalten, statt sich treiben zu lassen. Karriereplanung muss nicht heißen, einen Zehnjahresplan zu haben. Sie heißt, Richtung und nächste Schritte zu kennen.
1. Bestandsaufnahme
Nehmen Sie sich Zeit für ehrliche Fragen:
- Was kann ich gut? Fachlich und persönlich.
- Was macht mir Freude? Welche Aufgaben geben mir Energie, welche kosten sie?
- Was ist mir wichtig? Zum Beispiel Sicherheit, Gestaltung, Gehalt, Zeit für Familie, Sinn.
- Wo stehe ich? Wie zufrieden bin ich mit Aufgaben, Team, Entwicklungsmöglichkeiten, Gehalt?
- Was sagen andere? Fragen Sie Kolleginnen, Vorgesetzte, Freunde nach Ihren Stärken.
Hilfreich sind Potenzialanalysen und Tests, zum Beispiel Angebote der Agentur für Arbeit oder von Beratungsstellen. Sie ersetzen kein Gespräch, geben aber Denkanstöße.
2. Ziele formulieren
Aus der Bestandsaufnahme entstehen Ziele. Gut sind Ziele, die
- konkret sind („Teamleiterin in meinem Bereich werden“ statt „Aufstieg“),
- zeitlich eingegrenzt sind („in drei Jahren“),
- Zwischenschritte haben (Weiterbildung, Projektverantwortung, Gespräch mit der Chefin),
- zu Ihren Werten passen.
Es sind auch Ziele möglich, die nicht „nach oben“ führen: mehr Fachtiefe, ein Wechsel der Branche, weniger Stunden.
3. Wege prüfen
Es gibt mehrere Möglichkeiten:
- Im Unternehmen wachsen: Gespräch über Entwicklung, neue Aufgaben, Projekte.
- Weiterbildung: Kurse, Zertifikate, Studium berufsbegleitend. Informieren Sie sich über Förderungen, zum Beispiel Bildungsurlaub oder Bildungsgutschein.
- Jobwechsel: neue Firma, neue Rolle.
- Branchenwechsel oder Quereinstieg: braucht oft Weiterbildung und Geduld.
- Selbstständigkeit: erfordert Planung, Rücklagen und Beratung.
4. Den nächsten Schritt wählen
Statt alles auf einmal anzugehen, wählen Sie den nächsten kleinen Schritt:
- ein Gespräch mit der Führungskraft über Perspektiven,
- ein Gespräch mit jemandem, der den angestrebten Beruf ausübt,
- ein Kurs oder Zertifikat,
- das Aktualisieren des Lebenslaufs und des Online-Profils,
- zwei Bewerbungen auf passende Stellen.
Jobwechsel: Soll ich wechseln?
Prüfen Sie vorher:
- Was stört mich? Aufgabe, Chef, Gehalt, Arbeitszeit, Perspektive? Manches lässt sich im bestehenden Job verbessern.
- Was suche ich? Ein Wechsel „weg von etwas“ braucht ein „hin zu etwas“.
- Wie ist mein Markt? Gibt es passende Stellen?
- Was riskiere ich? Probezeit, Kündigungsfrist, Verlust von Betriebszugehörigkeit.
Wenn Sie wechseln, suchen Sie möglichst aus der bestehenden Stelle heraus und halten Sie die Pläne vertraulich, bis alles unterschrieben ist.
Vorgesetzte einbeziehen
Ein offenes Gespräch über Ihre Entwicklung zeigt Engagement. Nennen Sie Ihre Ziele und fragen Sie: „Was braucht es aus Ihrer Sicht, damit ich dorthin komme?“ Viele Vorgesetzte unterstützen, wenn sie die Wünsche kennen.
Netzwerk und Sichtbarkeit
Viele Chancen entstehen über Menschen. Pflegen Sie Kontakte, besuchen Sie Veranstaltungen, helfen Sie anderen und lassen Sie Ihr Umfeld wissen, was Sie suchen. Mehr im Artikel „Sich gut verkaufen“.
Rückschläge einplanen
Ein Plan ist ein Kompass, kein Fahrplan. Wenn etwas nicht klappt, überprüfen Sie den Weg und passen Sie ihn an. Auch Umwege bringen Erfahrung.
Beratung nutzen
Kostenlose Berufsberatung bietet die Agentur für Arbeit, auch für Berufstätige. Daneben gibt es Karrierecoaches und Beratungsstellen. Mehr im Artikel „Bewerbungscoaching und Karriereberatung“.
Das interaktive Video-Coaching Das eigene Potential hilft Ihnen, Ihre Stärken zu erkennen und mit neuem Selbstbewusstsein die nächsten Schritte zu gehen.