Führungskraft werden und wachsen: Aufgaben, Fähigkeiten und Weiterbildung
Viele Menschen werden zur Führungskraft, weil sie fachlich gut waren. Doch Führung ist etwas anderes: Sie arbeiten nicht mehr nur für sich, sondern über und mit anderen. Das erfordert neue Fähigkeiten und ein neues Selbstverständnis.
Was Führung bedeutet
Eine Führungskraft
- gibt Orientierung: Ziele, Prioritäten, Erwartungen,
- organisiert: Aufgaben, Ressourcen, Abläufe,
- entwickelt: fördert Menschen und Teams,
- entscheidet und trägt Verantwortung,
- kommuniziert: informiert, hört zu, gibt Rückmeldung.
Führung ist weniger Befehlen als Ermöglichen: Rahmenbedingungen schaffen, in denen andere gut arbeiten können.
Wichtige Fähigkeiten
- Selbstführung: Wie gehe ich mit Stress, Fehlern und Emotionen um?
- Kommunikation: klar sagen, was Sie erwarten, und zuhören.
- Feedback: regelmäßig, konkret, wertschätzend und ehrlich, auch bei Kritik.
- Delegieren: Aufgaben abgeben, Verantwortung übertragen, Vertrauen zeigen.
- Entscheiden: auch bei Unsicherheit und ohne es allen recht zu machen.
- Konflikte lösen: früh ansprechen, vermitteln, Lösungen finden.
- Motivieren: Sinn vermitteln, Erfolge würdigen.
- Organisation und Priorisierung.
Der Schritt in die Führung
- Prüfen Sie Ihre Motivation: Wollen Sie Verantwortung für Menschen? Gestalten Sie gern? Oder reizt Sie eher Gehalt und Titel?
- Sammeln Sie Erfahrung: Projektleitung, Vertretung, Mentoring, Einarbeitung neuer Kolleginnen.
- Sprechen Sie mit Ihrer Führungskraft über Ihren Wunsch und Entwicklungsmöglichkeiten.
- Suchen Sie sich eine Mentorin oder einen Mentor, der Führung erlebt und Rat gibt.
- Bilden Sie sich weiter: Seminare, Bücher, Austausch mit anderen Führungskräften.
Die ersten 100 Tage
In der neuen Rolle hilft:
- Zuhören: Lernen Sie Team, Abläufe und Erwartungen kennen.
- Einzelgespräche mit allen Teammitgliedern.
- Klärung der Rolle: Was erwartet das Unternehmen? Welche Ziele gelten?
- Schnelle, sichtbare Erfolge, aber keine hektische Umkrempelung.
- Fehler zugeben: Das schafft Vertrauen.
- Hilfe holen: bei Mentor, Coach oder Kollegen.
Typische Stolpersteine
- Zu viel selbst machen, statt zu delegieren.
- Es allen recht machen wollen.
- Konflikte meiden.
- Zu wenig Feedback geben.
- Alleingänge, ohne das Team einzubinden.
- Eigene Überforderung nicht ansprechen.
Training und Coaching
Es gibt viele Angebote: Führungsseminare, Trainings, Online-Kurse, Einzelcoaching. Achten Sie darauf:
- Passt der Inhalt zu Ihrer Situation (neue Führungskraft, Teamleitung, Konflikte)?
- Gibt es Praxisübungen und Austausch, nicht nur Vorträge?
- Sind Kosten und Dauer transparent?
- Gibt es Referenzen oder Bewertungen?
Manche Arbeitgeber übernehmen die Kosten. Fragen Sie nach, auch nach Bildungsurlaub und Fördermöglichkeiten.
Führung ist lernbar
Niemand ist als gute Führungskraft geboren. Mit Offenheit, Rückmeldung und Übung wachsen Sie in die Rolle. Mehr zur Karriereplanung im Artikel „Karriere planen“.
Das interaktive Video-Coaching Das eigene Potential unterstützt Sie dabei, Ihre Stärken zu nutzen und Verantwortung selbstbewusst zu übernehmen.