Bewerbung für Ausbildung und Praktikum: Was Berufseinsteiger beachten sollten
Die erste Bewerbung ist oft die schwerste. Es gibt noch keine Berufserfahrung, und man weiß nicht genau, was erwartet wird. Dabei suchen Betriebe bei Auszubildenden und Praktikanten keine fertigen Profis. Sie suchen Menschen, die interessiert, zuverlässig und lernbereit sind.
Der Zeitplan
- Ausbildung: Viele Betriebe suchen ein Jahr oder länger vor dem Start, größere Unternehmen teils noch früher. Beginnen Sie spätestens im Herbst vor dem Ausbildungsjahr mit der Suche. Wer später kommt, hat oft trotzdem Chancen, besonders in Branchen mit Bewerbermangel.
- Praktikum: Bewerben Sie sich zwei bis sechs Monate vorher, je nach Betrieb.
- Duales Studium: Die Fristen liegen oft deutlich früher, teils anderthalb Jahre vor Beginn.
Beruf und Betrieb kennenlernen
Wer weiß, was ihn erwartet, bewirbt sich besser. Möglichkeiten:
- Berufsberatung der Agentur für Arbeit, kostenlos.
- Schnupperpraktikum oder Tag der offenen Tür.
- Gespräche mit Menschen, die den Beruf ausüben.
- Berufsinformationszentren und Ausbildungsmessen.
- Websites der Betriebe und Kammern (Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer).
Die Unterlagen
Zu einer Bewerbung für Ausbildung oder Praktikum gehören meist:
- Anschreiben: Warum dieser Beruf, warum dieser Betrieb? Mehr im Artikel „Das Anschreiben“.
- Lebenslauf: Schulbildung, Praktika, Nebenjobs, Ehrenamt, Kenntnisse. Mehr im Artikel „Der Lebenslauf“.
- Zeugniskopien: Das letzte Schulzeugnis, Praktikumsbescheinigungen.
- Foto: optional.
Das Anschreiben ohne Berufserfahrung
Auch ohne Berufserfahrung gibt es viel zu erzählen:
- Interesse am Beruf: Wodurch ist es entstanden? Ein Praktikum, ein Hobby, ein Gespräch? „Ich repariere seit Jahren Fahrräder meiner Familie und möchte das professionell lernen“ ist besser als „Ich interessiere mich für Technik“.
- Stärken, belegt mit Beispielen: Zuverlässigkeit (Schülerjob), Teamarbeit (Mannschaftssport), Verantwortung (Klassensprecher).
- Warum dieser Betrieb: Nennen Sie etwas Konkretes, das Sie angesprochen hat.
- Schulnoten: Sie müssen nicht perfekt sein. Wenn ein Fach schwach ist, zeigen Sie, was Sie dafür tun.
Vorstellungsgespräch und Einstellungstest
Viele Betriebe laden zum Gespräch oder zu einem Eignungstest ein. Dafür hilft:
- Typische Fragen üben: Warum dieser Beruf? Was sind Ihre Stärken? Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
- Eigene Fragen vorbereiten: zu Ausbildungsinhalten, Ablauf, Übernahme.
- Pünktlich und passend gekleidet kommen.
- Testaufgaben üben, etwa Rechnen, Rechtschreibung, logisches Denken. Mehr im Artikel „Assessment-Center und Einstellungstest“.
Absagen gehören dazu
Viele Bewerber schreiben zehn, zwanzig oder mehr Bewerbungen, bevor es klappt. Das ist normal. Fragen Sie bei Absagen nach den Gründen, wenn es möglich ist, und lernen Sie daraus. Mehr im Artikel „Mit einer Absage umgehen“.
Unterstützung
- Berufsberatung der Agentur für Arbeit, auch für Bewerbungsunterlagen.
- Schule: Berufswahl-Lehrer, Bewerbungstrainings.
- Eltern, Freunde, Mentoren, die Korrektur lesen.
- Jugendberufsagenturen und Beratungsstellen vor Ort.
Das interaktive Video-Coaching Bewerbungsstrategie und Start hilft Ihnen, Ihr Ziel zu klären und gezielt zu bewerben.