Assessment-Center und Einstellungstest: Was Sie erwartet und wie Sie sich vorbereiten
Manche Unternehmen laden nicht nur zum Gespräch, sondern zu einem Assessment-Center oder zu einem Einstellungstest ein. Das klingt nach Prüfung, ist aber eine Chance: Sie können Ihre Fähigkeiten im Handeln zeigen, nicht nur im Reden. Wer weiß, was kommt, geht entspannter hinein.
Was ein Assessment-Center ist
Ein Assessment-Center (AC) ist ein mehrstufiges Auswahlverfahren, oft über einen halben oder ganzen Tag, manchmal länger. Mehrere Bewerberinnen und Bewerber bearbeiten Aufgaben, während geschulte Beobachter auf Verhalten achten. Typisch ist es bei größeren Unternehmen, bei Führungspositionen und bei Ausbildungsplätzen.
Typische Aufgaben
- Selbstvorstellung: Sie stellen sich kurz vor.
- Präsentation: Sie bereiten ein Thema vor oder erarbeiten es vor Ort und präsentieren. Mehr im Artikel „Präsentieren und überzeugen“.
- Gruppendiskussion oder Gruppenübung: Sie lösen mit anderen eine Aufgabe oder diskutieren ein Thema. Beobachtet wird, wie Sie sich einbringen, zuhören und zusammenarbeiten.
- Rollenspiel: Zum Beispiel ein Kundengespräch oder ein schwieriges Mitarbeitergespräch.
- Postkorb-Übung: Sie bekommen viele Aufgaben und E-Mails und müssen Prioritäten setzen.
- Fallstudie: Sie analysieren ein Problem und entwickeln eine Lösung.
- Interview: Ein klassisches Gespräch. Mehr im Artikel „Das Vorstellungsgespräch“.
- Tests: Logik, Zahlen, Sprache, Konzentration.
Worauf Beobachter achten
Meist bewerten sie nach Kriterien wie:
- Kommunikation und Zuhören,
- Zusammenarbeit und Teamverhalten,
- Problemlösung und Strukturiertheit,
- Belastbarkeit und Umgang mit Zeitdruck,
- Führungsverhalten (bei entsprechenden Stellen),
- Überzeugungskraft und Auftreten.
Gewinnen muss nicht der Lauteste. Oft punkten Menschen, die zuhören, Ideen anderer aufgreifen, Ergebnisse sichern und die Gruppe voranbringen.
Einstellungstests
Vor allem für Ausbildungsplätze werden Eignungstests genutzt. Typische Bereiche:
- Allgemeinwissen und Wissen aus der Schule,
- Mathematik und Rechnen, auch Kopfrechnen,
- Rechtschreibung und Sprache,
- Logik und Zahlenreihen,
- Konzentration und Genauigkeit,
- Technisches Verständnis.
Manchmal kommen Persönlichkeitsfragebögen dazu. Antworten Sie ehrlich und konsequent.
So bereiten Sie sich vor
- Fragen Sie nach dem Ablauf. Viele Unternehmen nennen die Bausteine vorab.
- Üben Sie typische Aufgaben: Rechenaufgaben, Logikrätsel, Präsentationen vor Freunden.
- Informieren Sie sich über das Unternehmen.
- Bereiten Sie eine Selbstvorstellung und ein paar Beispiele aus Ihrem Alltag vor.
- Schlafen Sie gut, essen und trinken Sie ausreichend. Konzentration hängt stark davon ab.
- Kommen Sie früh an, damit Sie nicht gehetzt starten.
Im Assessment-Center
- Seien Sie respektvoll gegenüber allen, auch gegenüber den anderen Bewerbern. Alle Pausen und Gespräche sind Teil der Beobachtung.
- Beteiligen Sie sich, aber verdrängen Sie niemanden.
- Hören Sie zu und greifen Sie Beiträge anderer auf.
- Strukturieren Sie: Zeit im Blick behalten, Ergebnisse zusammenfassen.
- Bleiben Sie authentisch. Rollenspiel hält nicht über viele Stunden.
- Gehen Sie mit Fehlern gelassen um. Niemand ist perfekt. Wichtig ist, wie Sie reagieren.
Im Test
- Lesen Sie die Anweisung genau.
- Teilen Sie die Zeit ein. Überspringen Sie schwere Aufgaben zunächst.
- Prüfen Sie am Ende, wenn Zeit bleibt.
- Raten Sie nur, wenn falsche Antworten nicht bestraft werden.
Nach dem Verfahren
Fragen Sie gern nach Feedback, auch bei Absagen. Es kann Ihnen helfen, besser zu werden. Mehr im Artikel „Mit einer Absage umgehen“.
Das interaktive Video-Coaching Bewerbungsgespräch hilft Ihnen, Ihr Auftreten zu üben und Sicherheit zu gewinnen.