Das Anschreiben: Aufbau, Beispiele für Formulierungen und typische Fehler
Das Anschreiben ist der Teil der Bewerbung, in dem Sie persönlich werden. Der Lebenslauf zeigt, was Sie getan haben. Das Anschreiben zeigt, warum das für diese Stelle interessant ist. Es muss nicht kunstvoll sein, aber klar, individuell und fehlerfrei.
Aufbau auf einen Blick
- Kopf: Ihre Kontaktdaten, Ansprechperson und Firma, Datum.
- Betreff: „Bewerbung als [Position], Kennziffer [falls vorhanden]“.
- Anrede: Wenn möglich mit Namen: „Sehr geehrte Frau Müller“. Wenn der Name nicht bekannt ist, rufen Sie an und fragen Sie.
- Einstieg: ein bis drei Sätze.
- Hauptteil: zwei bis drei kurze Absätze.
- Schluss: zwei bis drei Sätze mit Gesprächswunsch.
- Gruß: „Mit freundlichen Grüßen“ und Name.
Der Text sollte auf einer Seite Platz finden, etwa 200 bis 300 Wörter.
Der Einstieg
Der erste Satz entscheidet, ob weitergelesen wird. Vermeiden Sie „hiermit bewerbe ich mich“. Besser sind Sätze, die zeigen, dass Sie sich mit dem Unternehmen beschäftigt haben, oder die Ihre wichtigste Qualifikation nennen:
- „Als Pflegefachkraft mit acht Jahren Erfahrung in der Geriatrie möchte ich meine Stärke in der Betreuung demenzkranker Menschen in Ihrem Haus einbringen.“
- „Ihr Ansatz, Kundenbeschwerden als Chance zu sehen, entspricht genau meiner Haltung im Service.“
Der Hauptteil
Hier steht, was Sie mitbringen und was das Unternehmen davon hat. So gehen Sie vor:
- Nehmen Sie sich die zwei bis drei wichtigsten Anforderungen aus der Anzeige vor.
- Belegen Sie jede mit einem Beispiel: Situation, Ihr Beitrag, Ergebnis. Zahlen helfen („Teamleitung von sechs Personen“).
- Zeigen Sie Motivation: Warum diese Stelle, warum dieses Unternehmen?
- Wiederholen Sie nicht den Lebenslauf. Ergänzen Sie ihn.
- Gehen Sie auf Lücken oder Wechsel nur ein, wenn nötig, kurz und positiv.
Der Schluss
Nennen Sie, wann Sie verfügbar sind (Kündigungsfrist), und äußern Sie den Wunsch nach einem Gespräch: „Über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch freue ich mich.“ Eine Gehaltsvorstellung nennen Sie nur, wenn die Anzeige danach fragt.
Formulierungen, die wirken
- statt „Ich bin teamfähig“: „Im Projektteam habe ich die Abstimmung zwischen Vertrieb und Technik übernommen.“
- statt „Ich bin motiviert“: „Die Aufgabe, X aufzubauen, reizt mich, weil …“
- statt „Ich würde mich freuen“: „Ich bringe … mit und möchte … umsetzen.“
- aktive Verben: aufbauen, verbessern, leiten, entwickeln, organisieren.
Typische Fehler
- Ein Standardtext für alle Stellen. Personalverantwortliche erkennen das sofort.
- Floskeln und Superlative: „hochmotiviert“, „absolut teamfähig“, „einzigartig“.
- Zu lang oder zu dicht: ein Absatz pro Gedanke, kurze Sätze.
- Negatives: Kritik am früheren Arbeitgeber, Entschuldigungen für fehlende Erfahrung.
- Fehler: Rechtschreibung, falscher Firmenname, falsche Anrede.
- Zu viel Konjunktiv: „könnte“, „würde“, „hätte“ wirken unsicher.
Wenn Erfahrung fehlt
Berufseinsteiger und Quereinsteiger können mit anderem punkten: Praktika, Projekte, Ehrenamt, Weiterbildungen, Hobbys, die Fähigkeiten zeigen. Auch Lernbereitschaft darf Thema sein, aber belegen Sie sie: „In den vergangenen sechs Monaten habe ich mich in X eingearbeitet und Y abgeschlossen.“
Der Check vor dem Absenden
- Passt jeder Satz zu dieser Stelle?
- Sind Name und Anrede richtig?
- Habe ich Beispiele statt Behauptungen?
- Ist der Text höchstens eine Seite lang?
- Hat jemand anderes Korrektur gelesen?
Mehr zur gesamten Bewerbung im Artikel „Bewerbung schreiben“.
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