Mit einer Absage umgehen: Verarbeiten, nachfragen, weitermachen
Eine Absage tut weh, auch wenn man sie erwartet hat. Man hat Zeit investiert, Hoffnung gehabt, und nun heißt es: „Wir haben uns für einen anderen Bewerber entschieden.“ Das kann am Selbstwertgefühl nagen. Dabei gehören Absagen zu fast jeder Jobsuche, auch bei sehr guten Bewerbern.
Warum es Absagen gibt
Gründe, die nichts mit Ihrer Qualität zu tun haben müssen:
- Eine interne Besetzung stand schon fest.
- Eine andere Bewerberin passte etwas besser zum Team oder zur Aufgabe.
- Das Budget oder die Stelle hat sich geändert.
- Es gab sehr viele qualifizierte Bewerbungen.
- Timing und Zufall.
Es kann auch an der Bewerbung liegen, etwa wenn sie nicht zur Stelle passte oder Fehler enthielt. Auch das lässt sich verbessern.
Mit dem Ärger umgehen
- Erlauben Sie sich die Enttäuschung. Sie ist normal.
- Antworten Sie nicht sofort, schon gar nicht im Ärger. Eine unbedachte Mail kann Türen schließen.
- Sprechen Sie mit einer vertrauten Person. Das entlastet.
- Bewegen Sie sich, gehen Sie spazieren, machen Sie etwas Gutes für sich.
- Vergleichen Sie nicht: Sie kennen die Mitbewerber nicht.
- Schauen Sie auf Ihre Erfolge: Sie wurden eingeladen, haben sich vorgestellt, haben dazugelernt.
Soll ich nachfragen?
Eine höfliche Nachfrage kann sinnvoll sein, besonders nach einem Vorstellungsgespräch. Sie zeigt Interesse und kann Ihnen Hinweise geben. Beachten Sie:
- Warten Sie ein paar Tage, bis Sie sich gesammelt haben.
- Schreiben Sie freundlich und kurz: „Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Ich würde mich über ein kurzes Feedback freuen, damit ich mich weiterentwickeln kann.“
- Rechnen Sie nicht mit einer Antwort. Viele Unternehmen geben aus rechtlichen Gründen oder Zeitmangel kein Feedback.
- Diskutieren Sie die Entscheidung nicht. Sie wollen lernen, nicht überzeugen.
Danken Sie auch für die Zeit und bleiben Sie in guter Erinnerung. Manchmal wird später eine andere Stelle frei.
Aus der Absage lernen
Prüfen Sie nüchtern:
- Passte die Stelle wirklich? Haben Sie die wichtigsten Anforderungen erfüllt?
- Wie war die Bewerbung? Gab es Fehler? War sie individuell genug? Lassen Sie sie von jemand anderem lesen.
- Wie lief das Gespräch, falls es eines gab? Wo waren Sie unsicher? Was würden Sie anders machen?
- Gibt es ein Muster, wenn Sie viele Absagen bekommen? Gleiche Phase, gleiche Branche, gleiche Frage?
Notieren Sie zwei bis drei konkrete Dinge, die Sie ändern wollen, und setzen Sie sie bei der nächsten Bewerbung um.
Motivation behalten
Eine längere Jobsuche zehrt. Dagegen helfen:
- Struktur: feste Zeiten für Bewerbungen, Pausen, ein Wochenplan.
- Kleine Ziele: zwei Bewerbungen pro Woche, ein Netzwerk-Kontakt.
- Austausch: mit Freunden, in Gruppen oder mit einem Coach.
- Ausgleich: Sport, Hobbys, Zeit mit Menschen, die Ihnen guttun.
- Zwischenziele feiern: eine Einladung zum Gespräch, ein neues Zertifikat.
Wenn Sie merken, dass Sie sich dauerhaft niedergeschlagen fühlen, sprechen Sie mit Ihrer Hausarztpraxis oder rufen Sie die Telefonseelsorge an (0800 111 0 111, kostenlos, rund um die Uhr). Hilfe zu holen ist kein Zeichen von Schwäche.
Wann Sie die Strategie ändern sollten
Nach etwa zehn bis zwanzig Bewerbungen ohne Einladung lohnt sich ein Blick auf die Grundlagen: Passen die Stellen zu Ihrem Profil? Ist Ihr Lebenslauf klar? Gibt es Lücken, die Sie erklären sollten? Eine zweite Meinung hilft, zum Beispiel von der Berufsberatung der Agentur für Arbeit, die kostenlos berät.
Das interaktive Video-Coaching Motivierte Jobsuche unterstützt Sie dabei, mit Absagen umzugehen und von Beginn an alles richtig zu machen.